Hochwasser

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Vorbeugung von Hochwasser


Strategien zum Schutz vor Hochwasser

Sandsäcke schützen eine Tür vor Hochwasser

© NoA Production/Fotolia

Bei Hochwasserereignissen ist schnelles Handeln gefragt. Generell bieten sich zum Schutz vor Hochwasserschäden drei Strategien an. Mit ihnen kann man sich vorbeugend vor Hochwasser schützen und im Ernstfall richtig reagieren:

1. Ausweichen

... kann im Allgemeinen nur bei Neu­ansied­lungen durch eine die lokale Hoch­wasser­gefährdung berücksichtigende Standortwahl, entsprechende Bauweise (beispielweise Gebäude ohne Keller oder höherliegendes Erdgeschossniveau) oder durch die Aufständerung von empfindlichen Anlagen erfolgen. Diese Strategie bietet zwar den besten Schutz, ist jedoch im Bestand nur selten umzusetzen.

2. Widerstehen

...bedeutet, den Wassereintritt in das Gebäude zu verhindern. Der Bau von Deichen und Hochwasserschutzmauern als „klassische“ Form des Hochwasserschutzes  sowie unmittelbar am Gebäude getroffene Vorkehrungen, die das Einströmen von Grund- und Hochwasser verhindern, dienen dazu, das Wasser vom Bauwerk fernzuhalten. Zu den letztgenannten Vorkehrungen zählen:

  • Abdichten von Bauwerkssohle und (Keller-)wänden. Bei Neubauten wird entweder wasserundurchlässiger Beton verwandt („Weiße Wanne“) oder es erfolgt eine Abdichtung von außen durch aufgeklebte Bitumen- oder Kunststoffbahnen („Schwarze Wanne“). Die Innenabdichtung, die im Bestand oft die einzige Möglichkeit darstellt, sollte unbedingt zusammen mit einem fachkundigen Experten (Architekt, Ingenieur) erarbeitet werden. In diesem Zusammenhang ist auch auf die druckwasserdichte Ausführung der Hausanschlüsse besonders zu achten.
  • Bauliche Erhöhung von Wandöffnungen. Dazu zählt unter anderem die Brüstungshöhe der Fenster im Erdgeschoss oder auch höhere Einfassungen von Kellerschächten.
  • Vorkehrungen zum Abdichten der bestehenden Öffnungen im Hochwasserfall durch Sandsäcke oder Dammbalkenverschlüsse, von denen verschiedene Systeme im Handel erhältlich sind.. 
  • Verhinderung des Wassereintrittes durch Rückstau in der Kanalisation. Hierfür eignen sich selbsttätige Rückschlagklappen in Abwasserrohren. In hochwassergefährdeten Gebieten mit langen Einstauzeiten und entsprechenden Vorwarnzeiten bieten Absperrschieber gegenüber Rückschlagklappen eine größere Sicherheit. Diese wirken allerdings nur, wenn sie rechtzeitig geschlossen werden.
  • Hinter den Wassersperren sollten Pumpen (am besten in einem eigenen „Pumpensumpf“, siehe Skizze) vorhanden sein, um trotz aller Vorkehrungen einsickerndes Wasser rasch wieder abpumpen zu können.
Hochwassergefährdung als Kriterium bei der Standortwahl

Hochwassergefährdung als Kriterium bei der Standortwahl © WAGU Kassel

Für alle technischen Schutzmaßnahmen gilt, dass ihre Funktionsfähigkeit regelmäßig überprüft werden muss!

Mit der Strategie des Widerstehens geht stets auch ein Versagensrisiko einher. Gibt eine Schutzvorkehrung nach oder steigt der Wasserspiegel über das „vorgesehene“ Niveau an, können sich sämtliche Bemühungen als sinnlos erweisen. Zudem wächst bei „erfolgreichem Widerstand“ mit steigendem (Grund-)wasserspiegel die zuvor beschriebene Gefährdung des Bauwerks durch Auftriebskräfte und seitlichen Wasserdruck. Ab einem bestimmten Punkt kommt dann die dritte Strategie zum tragen: das Nachgeben.

3. Nachgeben

...bedeutet im Zusammenhang mit Hochwasserschutz, den Wassereintritt in das Gebäude bewusst zuzulassen, die daraus resultierenden Schäden durch gezielte Maßnahmen jedoch zu begrenzen. Dazu gehören

  • der Einsatz wasserunempfindlicher Baumaterialien in den gefährdeten Bereichen.
  • eine entsprechende Einrichtung mit mobilen Kleinmöbeln, die im Gefahrenfall leicht in Sicherheit gebracht werden können.
  • eine sinnvolle Auslegung der Haustechnik, bei der die betroffenen Räume stromfrei geschaltet werden können.
  • eine hochwassersichere Ausführung von Öltanks. Das Auslaufen von Öl aus ungesicherten Öltanks kann zu nachhaltigen Beschädigungen des Gebäudes sowie der Inneneinrichtung führen. Darüber hinaus besteht die Gefahr erheblicher Verunreinigungen von Gewässern und Grundwasser. Öltanks sind daher unbedingt mit geeigneten Halterungen gegen Auftrieb, Verdriftung und Auslaufen zu sichern. Alle mit ihnen verbundenen Anschlüsse und Öffnungen (Einfüllstutzen, Belüftung) sind so abzusichern, dass von außen kein Wasser eindringen kann.
  • zu prüfen, ob durch kontrolliertes Fluten mit sauberem Wasser der Aufwand für spätere Reinigungs- und Reparaturarbeiten reduziert werden kann. entsprechende Installationseinrichtungen und die Erstellung eines Pumpensumpfes, um bei ablaufendem Hochwasser ein zügiges Abpumpen zu gewährleisten.

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