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Weltwassertag am 22. März 2017
Kläranlage: Innovatives Reinigungsverfahren in Dülmen

Totale von Kläranlage

Die Kläranlage Dülmen ist aktuell eine der modernsten Kläranlagen im Regierungsbezirk Münster. © Rupert Oberhäuser/Lippeverband

Vergleichbar mit der Menge eines aufgelösten Zuckerwürfels in einem Stausee befinden sich Mikroverunreinigungen im Abwasser. Das können zum Beispiel sein: Arzneimittelrückstände, Röntgenkontrastmittel oder Betablocker. Um diese Mikroschadstoffe in einer Kläranlage wirksam zu entfernen, braucht es besondere Reinigungsverfahren. Die vom Lippeverband betriebene Kläranlage Dülmen ist genau für diesen Zweck um eine 4. Reinigungsstufe erweitert worden. Die Bezirksregierung Münster unterstützt das Pilotprojekt fachlich und finanziell mit Landesmitteln.

Angemalter Turm auf einer Kläranlage

Der Siloturm für die Pulveraktivkohle wurde von einem chinesischen Künstler gestaltet. Die farblichen Strukturen symbolisieren den Eintritt des mit Spurenstoffen belasteten Wassers in das Aktivkohlebecken. © Rupert Oberhäuser/Lippeverband

Reinigungsverfahren mit Aktivkohle

In einem ersten Schritt wurde zunächst die Herkunft der Schad­stoffe analysiert und bilanziert. In einer breit angelegten Öffent­lich­keits­kampagne wurden die Bürgerinnen und Bürger über den sparsamen und richtigen Einsatz von Medi­kamenten informiert, insbesondere zur Entsorgung nicht gebrauchter Arzneimittel. Auf der Klär­anlage Dülmen wurde dann eine 4. Reinigungs­stufe mit Aktiv­kohle eingebaut, um Mikro­schadstoffe zu beseitigen. Die Stoffe binden sich dabei an die feinen Kohlepartikel und können so zusammen mit der Aktivkohle dem Wasser entzogen werden.

In der nächsten Phase wird nun bis zum Jahr 2018 in einem Monitoringvorhaben die Wirkung der neuen Stufe, der Betriebs­aufwand sowie die Kosten-Nutzen-Relation zur Beseitigung von Spuren­stoffen ermittelt. Darüber hinaus soll eine ökologische Bewertung des Einflusses der Aktivkohlestufe auf das Gewässer erfolgen.

Machbarkeitsstudien für kommunale Kläranlagen

Im Land Nordrhein-Westfalen werden aktuell eine Vielzahl von Machbarkeitsstudien für kommunale Kläranlagen erstellt, um die Mikroschadstoffe besser bekämpfen zu können. In den Studien wird untersucht, in welchen Konzentrationen ausgewählte Mikroschadstoffe auftreten, welche Technik zur Beseitigung von Mikroschadstoffe auf der konkreten Kläranlage geeignet ist und mit welchen Kosten die Erweiterung um eine 4. Reinigungsstufe verbunden wäre.

Landesweite Machbarkeitsstudien

Viele dieser Machbarkeitsstudien wurden und werden auch im Regierungsbezirk Münster erstellt. Die Studien werden zu 80 Prozent mit Landesmitteln unterstützt. Die Förderung erfolgt bisher durch die Bezirksregierung Münster. Die Studien werden fachlich durch das Dezernat für Wasserwirtschaft begleitet und geprüft. Dabei wird überprüft, ob die Studien den vom Land formulierten Anforderungen an die Machbarkeitsstudien genügen.

Für das Thema Eliminierung von Mikroschadstoffen hat das NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz extra ein Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe.NRW eingerichtet. Die Studien sollen neue Wege für den Abbau von Mikro­schadstoffen erarbeiten und zeigen, wie die Reinigungsleistungen – eine der kommunalen Pflichtaufgaben der Abwasserbeseitigung – optimiert werden können.

Damit leisten die teilnehmenden Kläranlagen einen wichtigen Beitrag zur weiteren Umsetzung der Wasser­rahmen­richtlinie in den Jahren 2016 bis 2021. Zudem bilden die Ergebnisse die Grund­lage für eine realistische Ein­schätzung der Investitionen und Betriebs­kosten und deren Aus­wirkungen auf die Abwasser­gebühr, unter Berück­sichtigung von Standort, Einleitungs­frachten, Gewässer und baulichem Zustand der Kläranlage.

Zukünftige Projekte

Im Regierungsbezirk Münster soll als Nächstes der Bau der 4. Reinigungsstufe auf der Kläranlage Greven umgesetzt werden. Derzeit wird in Abstimmung mit dem Dezernat für Wasserwirtschaft die Genehmigungsplanung erstellt. Der Bau ist für das Jahr 2018 vorgesehen. Der Bau der 4. Reinigungsstufe wird derzeit mit bis zu 70% gefördert.   

Beratungsangebot der Bezirksregierung Münster

Das Dezernat für Wasserwirtschaft als Überwachungs- und Genehmigungsbehörde gibt gerne Auskünfte bei fachlichen Fragen.

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