Schüler vor der Tafel

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Inklusion


Inklusive Schule

Kinder spielen gemeinsam

© Denys Kuvaiev/Fotolia

Inklusion ist eine große gesellschaftliche Aufgabe und dementsprechend stellt sich eine inklusive Pädagogik spannenden Herausforderungen. Auf dem Weg zur Inklusion als einer Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt in Bildung und Erziehung tauchen bei Eltern und Lehrkräften Fragen auf. An dieser Stelle werden mögliche Fragen aufgegriffen und beantwortet. Darüber hinaus werden weiterführende Informationen zur Verfügung gestellt.

Rechtsgrundlage

Auf der Grundlage des „Ersten Gesetztes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in den Schulen“ (9. Schulrechtsänderungsgesetz) haben die Eltern nun die Möglichkeit, ihr Kind mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf an einer allgemeinen Schule anzumelden. Das Wahlrecht der Eltern lässt aber auch weiterhin den Besuch einer Förderschule zu. Dieser Regelung im Schulgesetz liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass gemeinsames Lernen bedeutsam für den schulischen Lernerfolg und ein gemeinsames Leben außerhalb der Schule ist. In Schulen des Gemeinsamen Lernens lernen Schülerinnen und Schüler gemeinsam in Projekten, differenziert nach Leistungs- und Interessengruppen. Rücksichtnahme, Respekt Anerkennung und ein würdevoller Umgang miteinander sind weitere Lernziele.

Schülerinnen und Schüler, die auf Grund einer Behinderung oder wegen einer Lern- und Entwicklungsstörung besondere Unterstützung benötigen, werden nach ihrem individuellen Bedarf sonderpädagogisch gefördert. Die sonderpädagogische Förderung umfasst die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache, Emotionale und soziale Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen, Geistige Entwicklung und Körperliche und motorische Entwicklung (§ 19 SchulG).

Kinder mit formal festgestelltem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung (dies betrifft insbesondere Kinder mit einer Sinnesbehinderung, Körperbehinderung oder geistigen Behinderung) haben Anspruch auf Aufnahme in die von der Schulaufsicht vorgeschlagene wohnortnächste Schule der gewünschten Schulart, an der Gemeinsames Lernen eingerichtet ist. 


Gemeinsames Lernen in der Grundschule

Auf Antrag der Eltern kann schon vor der Einschulung der Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung festgestellt werden. Dies gilt für die Förderschwerpunkte Hören und Kommunikation, Sehen, Geistige Entwicklung und Körperliche und motorische Entwicklung. Eltern von Kindern mit festgestelltem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung haben grundsätzlich Anspruch darauf, dass ihnen das Schulamt mindestens eine geeignete Grundschule vorschlägt, an der Gemeinsames Lernen praktiziert wird (§ 19 Absatz 5 Schulgesetz). Die Schulaufsicht ist bemüht, den Eltern die wohnortnächste Grundschule vorzuschlagen. Haben die Eltern abweichend von der allgemeinen Schule die Förderschule gewählt, schlägt ihnen die Schulaufsicht mindestens eine solche Schule vor.

Für die Lern- und Entwicklungsstörungen muss zu Beginn der Schulzeit kein Feststellungsverfahren durchgeführt werden.

Von der Grundschule in die Sekundarstufe I

Die Schulämter der Städte und Kreise befragen zu Beginn des letzten Schuljahres in der Primarstufe über die Grundschulen und Förderschulen die Eltern. Sie ermitteln, welche Schule die Eltern für ihr Kind im Folgejahr wünschen. Eine verbindliche Entscheidung der Eltern ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht erforderlich. Dabei ist es wichtig, auch die Schülerinnen und Schüler zu erfassen, für die kein förmliches Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs durchgeführt wurde. Dies betrifft in der Regel die Förderschwerpunkte Sprache und Emotionale und soziale Entwicklung.

Das Schulamt koordiniert im Anschluss an diese Befragung zusammen mit der Bezirksregierung (Schulaufsicht über alle weiterführenden Schule außer der Hauptschule), dem Schulträger und den Schulleitungen, in welchem Umfang und an welchen Schulen Plätze für Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung bereitgestellt werden.

Das Kontingent umfasst rechnerisch mindestens zwei Plätze pro Klasse in der Jahrgangsstufe 5.

Diese Plätze werden von den Schulen für die Anmeldung der Schülerinnen und Schüler reserviert und können nicht anders belegt werden. Die benannten Schulen sind zur Aufnahme verpflichtet. Den Schulen stehen vielfältige Unterstützungssysteme zur Vorbereitung und zur Fortbildung zur Verfügung.

Das Schulamt sendet den Eltern im Januar einen Vorschlag, an welcher Schule des Gemeinsamen Lernens ihr Kind aufgenommen werden kann. An dieser Schule melden die Eltern ihr Kind dann an.

Wird das Kind zieldifferent gefördert, können Schulen aller Schulformen vorgeschlagen werden. Es besteht kein Anspruch auf eine bestimmte Schulform oder gar eine konkrete allgemeine Schule.

Wird das Kind zielgleich gefördert, entscheidet vom Grundsatz her der Elternwille über die Schulform; gleichwohl kann es möglich sein, dass sich der Elternwille nicht immer realisieren lässt.

Die Schulaufsicht wird auch hier für Gespräche zur Verfügung stehen.

Zieldifferente Förderung

Nach der Schuleingangsphase muss für alle Kinder geklärt werden, ob sie zielgleich, das heißt nach dem Bildungsgang Grundschule oder zieldifferent im Bildungsgang „Lernen“ oder „Geistige Entwicklung“ unterrichtet werden. Zur Festlegung der zieldifferenten Förderung  ist aus Gründen der Rechtssicherheit ein förmliches Feststellungsverfahren durch die Schulaufsicht notwendig.

Zum Ende der Grundschulzeit ist bei der weitaus überwiegenden Zahl der Kinder, die zieldifferent sonderpädagogisch unterstützt wurden, auch ein förmliches Feststellungs­verfahren erfolgt. Ein Wechsel in die Bildungsgänge „Lernen“ und „Geistige Entwicklung“ ist in der Sekundarstufe I in Ausnahmefällen bis zum Ende des 6. Schuljahres möglich.

Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, die nicht nach den Unterrichtsvorgaben der allgemeinen Schulen unterrichtet werden (zieldifferent), werden zu eigenen Abschlüssen geführt (§ 19 Absatz 4).

Zielgleiche Förderung

Viele Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in den Förderschwerpunkten Hören und Kommunikation, Sehen, Emotionale und soziale Entwicklung und Körperliche und motorische Entwicklung werden nach den Richtlinien der Grundschule oder nach den Richtlinien der weiterführenden Schulformen (Hauptschule, Realschule und Gymnasium) unterrichtet. Für diese Schülerinnen und Schüler wird immer der Besuch einer allgemeinen Schule in der empfohlenen Schulform oder der Gesamtschule/Sekundarschule ermöglicht. Dies kann im Einzelfall dazu führen, dass auch eine Schule, die nicht Schule des Gemeinsamen Lernens ist, zur Aufnahme benannt wird. Diese Form der sonderpädagogischen Förderung erfolgt dann als Einzelmaßnahme.

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