Schulrecht

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Anerkennung von Bildungs- und Berufsnachweisen


Schutz der Berufsbezeichnung Ingenieur/in

Ingeniuer

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In der Bundes­republik Deutschland ist die Berufs­bezeichnung „Ingenieur/­Ingenieurin“ gesetzlich geschützt. Nach dem Gesetz zum Schutz der Berufs­bezeichnung „Ingenieur/­Ingenieurin (Ingenieurgesetz – IngG) darf sich Ingenieur/in nennen, wer in Deutsch­land ein natur­wissenschaftliches oder technisches Hoch- oder Fachhoch­schulstudium erfolgreich absolviert hat. Für ausländische Studien­­­abschlüsse wird eine Genehmigung benötigt, um die Berufs­­be­zeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ führen zu können. Die Bezirks­regierung Münster erteilt diese Genehmigung auf Antrag, wenn der Antrag­steller die Genehmigungs­­voraussetzungen erfüllt.

Antrag

Das Antragsverfahren richtet sich gemäß § 2 Absatz 6 des Ingenieurgesetzes nach den Vorschriften des Gesetzes zur Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen in Nordrhein-Westfalen (Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz NRW – BQFG NRW).

Dem Antrag sind hiernach folgende Unterlagen beizufügen:

  • tabellarischer Lebenslauf mit Aufstellung der absolvierten Ausbildungsgänge und der ausgeübten Erwerbstätigkeit in deutscher Sprache einschließlich Angaben zur Staatsangehörigkeit,
  • Identitätsnachweis (Kopie des Ausweises), bei Namensänderung zusätzlich eine Fotokopie der Heirats­urkunde,
  • im Ausland erworbene Ausbildungsnachweise (beglaubigte Fotokopie des ausländischen Originaldiploms oder Abschlusszeugnisses einschließlich Notenspiegel/Index),
  • Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB), sofern diese vorliegt zur Beschleunigung des Genehmigungsverfahrens
  • Nachweise über einschlägige Berufserfahrungen und sonstige Befähigungs­nachweise, sofern diese zur Feststellung der Gleichwertigkeit erforderlich sind,
  • Falls Sie in Ihrem Ausbildungsstaat bereits den Beruf der Ingenieurin oder des Ingenieurs ausüben dürfen, ist eine Bescheinigung über die Berechtigung der Berufsausübung im Ausbildungsstaat vorzulegen, sofern es sich auch im Ausbildungsstaat um einen reglementierten Beruf handelt.
  • Nachweis, dass eine der Berufsqualifikation entsprechende Erwerbstätigkeit in Nordrhein-Westfalen ausgeübt werden soll (zum Beispiel Nachweis der Beantragung eines Einreisevisums zur Aufnahme der Erwerbstätigkeit, Nachweis einer Kontaktaufnahme mit potenziellen Arbeitgebern, Geschäftskonzept), sofern der Wohnsitz außerhalb der EU, einem weiteren Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz liegt.

Alle Nachweise sind in beglaubigter Kopie einzureichen. Beglaubigungen erhalten Sie bei den Stadt- und Gemeindeverwaltungen, Kreisen und Notaren. Beglaubigungen anderer Institutionen können nicht akzeptiert werden. Alle Nachweise sind ins Deutsche zu übersetzen. Die wörtlichen Übersetzungen von Urkunden in die deutsche Sprache (Schrift) sind von Übersetzern zu erstellen, die in der Bundesrepublik Deutschland durch die Oberlandesgerichte zugelassen sind.

Die Bezirksregierung prüft im Antragsverfahren, ob zwischen dem im Ausland erworbenen Abschluss keine wesentlichen Unterschiede zu einem deutschen Ingenieurabschluss bestehen und welcher Fachrichtung er entspricht.

Beratungsgespräche nur mit Termin

Persönliche Beratungsgespräche sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Gebühr

Der Bescheid ist in der Regel gebührenpflichtig. Die Gebühr beläuft sich bei einem durch­schnittlichen Arbeits­aufwand auf 200 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit der Gebührenreduzierung (zum Beispiel für Hartz IV-Empfänger) beziehungsweise die Möglichkeit, von der Erhebung der Gebühr abzusehen. Um diese Möglichkeiten zu überprüfen, muss der Antragsteller dem Antrag entsprechende Nachweise in Kopie beifügen.

Führung des akademischen Grades

Durch die Genehmigung zur Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieur/Ingenieurin“ ist eine Umwandlung eines ausländischen Grades in einen entsprechenden inländischen Grad nicht zulässig. Das heißt, die Führung des inländischen Grades „Diplom-Ingenieur/in“ ist mit dieser Genehmigung nicht zulässig. Die Führung des akademischen Grades ist gegebenenfalls beim Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen zu beantragen.

Ordnungswidrigkeitenverfahren

Die Bezirksregierung Münster führt auch Ordnungs­widrig­keiten­verfahren durch, wenn sich jemand Ingenieurin oder Ingenieur nennt, ohne die erforderliche Berechtigung hierzu zu haben.

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