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Öffentliche Wasserversorgung

Wasserwerk Hohe Ward Münster-Hiltrup

Wasserwerk Hohe Ward Münster-Hiltrup. © Florian Adler/Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Im Regierungsbezirk Münster erfolgt die Wasserversorgung überwiegend aus Grundwasser, das über Brunnen gefördert wird. Unterstützt wird die Versorgung dadurch, dass Grundwasser durch Oberflächenwasser angereichert wird. Zur Trinkwasserversorgung leistet außerdem die Trinkwassertalsperre Haltern im südlichen Teil des Zuständigkeitsbereiches einen wichtigen Beitrag.

Insgesamt stellen

  • 22 Wasserversorger,
  • 36 Wasserwerke,
  • 57 Wassergewinnungsgebiete sowie
  • 47 festgesetzte Wasserschutzgebiete

im Regierungsbezirk die Wasserversorgung sicher.

Wasserrechtliche Erlaubnis oder Bewilligung für Wasserentnahmen

Die Benutzung eines Gewässers setzt gemäß §§ 8 ff. Wasserhaushaltsgesetz (WHG) eine wasserrechtliche Erlaubnis oder eine Bewilligung voraus. Die Bezirksregierung als obere Wasserbehörde ist zuständig für Anträge zur Wasserentnahme zur öffentlichen Wasserversorgung über einem Volumen von 600.000 Kubikmeter pro Jahr. Dies gilt für:

  • die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern und
  • die Entnahme, das Zutagefördern und Zutageleiten von Grundwasser zur öffentlichen Wasserversorgung.

Ansonsten sind die Kreise und kreisfreien Städte als untere Wasserbehörden zuständig.

Nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG) ist bei Grundwasserentnahmen von 100.000 bis weniger als 10 Millionen Kubikmeter pro Jahr eine allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls erforderlich. Bei Grundwasserentnahmen ab 10 Millionen Kubikmeter pro Jahr ist dagegen immer eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig. Diese muss spätestens mit dem Genehmigungsantrag vorgelegt werden.

Genehmigungsantrag für Wasserentnahmen

Mit der Vorlage der Antragsunterlagen prüft die Bezirksregierung folgende Kriterien:

  1. Wasserbedarfsnachweis: Sind Grund und Höhe der beantragten Wassermenge gerechtfertigt?
  2. Dargebotsnachweis: Erfolgt eine Überbewirtschaftung des Grundwasservorkommens durch die beantragte Wassermenge?
  3. Umweltverträglichkeit: Wurde die Erforderlichkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung untersucht?

Sind die Antragsunterlagen vollständig und ist der Inhalt des Antrages als unbedenklich einzustufen, führt die Behörde ein förmliches Verfahren durch. Das Verfahren erfolgt gemäß Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) unter Beteiligung der Öffentlichkeit und beinhaltet einen Verhandlungstermin. Wenn alle Bedenken und Anregungen gewürdigt worden sind, kann das Wasserrecht befristet für einen Zeitraum von 30 Jahren erteilt werden. Bewilligungen und Erlaubnisse können gemäß § 13 WHG auch Inhalts- und Nebenbestimmungen enthalten. Diese sollen unter anderem Nachteile für Dritte verhindern oder ausgleichen.

Zulassung vorzeitigen Beginns

Ein vorzeitiger Beginn, wonach mit der Gewässerbenutzung schon während des Erlaubnisverfahrens begonnen werden kann, ist ein Sonderfall. Die Bezirksregierung kann den vorzeitigen Beginn nach § 17 WHG zulassen, wenn:

  • mit einer Entscheidung zugunsten des Benutzers gerechnet werden kann,
  • ein öffentliches Interesse oder berechtigtes Interesse des Benutzers besteht und
  • der Benutzer sich verpflichtet, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, sollte die beantragte Gewässerbenutzung nicht erlaubt werden.

Überwachung der Gewässerbenutzung

Die Bezirksregierung Münster überwacht die Gewässerbenutzung. In diesem Rahmen prüft sie gemäß Landeswassergesetz NRW (LWG):

  • Wasserversorgungsanlagen,
  • Wasserentnahmen,
  • Wassereinleitungen sowie
  • Wasserwerke.

Überwachungsdaten

Die Nebenbestimmungen und Auflagen in den Genehmigungsbescheiden verpflichten die Wasserrechtsinhaber, das Gewässer, das sie benutzen, zu überwachen. Alle relevanten Überwachungsdaten müssen sie an die Bezirksregierung weiterleiten. Hierbei handelt es sich unter anderem um:

  • Entnahmemengen und Rohwasseranalysen der Versorgungsbrunnen,
  • Grundwasseranalysen aus dem Einzugsgebiet von Trinkwassergewinnungsanlagen,
  • Grundwassergleichen- und Grundwasserdifferenzenpläne,
  • detaillierte Überwachungsberichte und Überwachungsdaten über die Entwicklung und damit Auswirkung der Entnahmen.

Infolge des sogenannten Zaunprinzips werden seit 2008 auch die Anlagen in den Wasserwerken mit überprüft, die der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) unterliegen.

Ortsbegehung

Neben der Prüfung der Unterlagen unterzieht die Bezirksregierung alle Wasserwerke des Dienstbezirkes einer Ortsbegehung. Die Begehungen finden in der Regel alle drei bis vier Jahre alternierend statt, sofern keine besonderen Vorkommnisse innerhalb dieser Zeitspanne auftreten. Bei der Ortsbegehung werden sämtliche Anlagen in der Wasseraufbereitung kontrolliert. Dazu gehören etwa Brunnenstuben, aber auch Anlagen, die der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) unterliegen.

Die Bezirksregierung kann durch ihre stetige Präsenz mittels Überwachung, Prüfung und Bewertung bei Bedarf schnell und zielorientiert handeln. Sie kann die nötigen technischen Anpassungen von Anlagen oder Gewässerbenutzungen einleiten und steuern, um unerwünschte beziehungsweise beeinträchtigende Auswirkungen

  • auf die Umwelt,
  • auf den Wasser- und Naturhaushalt und
  • auf andere Schutzgüter, wie zum Beispiel Bausubstanz

zu vermindern oder zu meiden.

Im Übrigen verantworten die Wasserversorgungsunternehmen die Beschaffenheit des Trinkwassers im gesamten Verteilernetz. Die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte überwachen das aus den Aufbereitungsanlagen in das Wasserversorgungsnetz abgeleitete Trinkwasser.

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