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Risiken gemeinsam meistern Hochwassertagung der Bezirksregierung Münster

Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld begrüßt die Teilnehmer der Hochwassertagung

Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld begrüßt die Teilnehmer der Hochwassertagung

Münster. Rund 200 Teilnehmer der Kommunen, Kreise und kreisfreien Städte des Regierungsbezirks sowie weitere Vertreter aus Industrie, Landwirtschaft, Naturschutz und wasserwirtschaftlicher Behörden aus den angrenzenden Niederlanden und aus Niedersachsen begrüßte Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld heute (18. Oktober) in der Aula des Münsteraner Schlosses anlässlich der Auftaktveranstaltung zur Umsetzung der europäischen Hochwassermanagement-Richtlinie.

Im August 2010 hatten in einigen Teilen des Kreises Borken und des Kreises Steinfurt erhebliche Niederschläge dazu geführt, dass in Ahaus, Gronau und Heek Gewässer fast 30 bis 50 Prozent größere Wassermengen abführten als bei einem 100-jährlichen Hochwasser. Straßen wurden überspült, Wohngebiete standen unter Wasser, allein in Nordwalde waren mehr als 500 Häuser betroffen. Es handelte sich um ein sogenanntes Extremereignis, wie es bereits in den Vorjahren in Ahlen, Dülmen oder Dortmund zu verzeichnen war.

Auch wenn es gegen Hochwasser keinen absoluten Schutz gibt, so fordert die europäische Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie weitreichende Anstrengungen für bestmögliche Vorbereitungen auf Überflutungen. "Eine vorläufige Bewertung aller Gebiete mit signifikanten Hochwasserrisiko in unserem Regierungsbezirk wurde bereits im Frühjahr 2011 erstellt", sagte Feller-Elverfeld in ihrem Grußwort.

Darauf aufbauend werden nun bis 2013 Gefahren- und Risikokarten erarbeitet, um auch bei Extremereignissen besonders gefährdete Nutzungen im Fokus zu haben.

Bis zum Jahr 2015 sind Hochwasserrisikomanagementpläne zu erarbeiten, um für die jeweiligen Kommunen an den Gewässern konkrete Lösungen in allen Handlungsfeldern aufzuzeigen. Dies sind neben wasserwirtschaftlichen Aspekten vor allem kommunale Aufgaben, die sich sowohl auf planerisches als auch auf "Gefahren abwehrendes" Handeln beziehen.

Auf der von Gerd Blume, Hauptdezernent des Dezernates für Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Münster moderierten Veranstaltung gaben zunächst Gerhard Odenkirchen und Erik Buschhüter vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Agrar, Natur- und Verbraucherschutz (MKUNLV NRW) eine erste Bewertung zur Umsetzung der HW-Risikomanagementrichtlinie in NRW.

Prof. Dr.-Ing. Andre Niemann zeigt in einer Studie die Auswirkungen von Starkregen, Extrem-Hochwasser und Klimaänderungen auf die Infrastruktur und die Nutzungen in Bocholt sowie Lösungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen auf.

Tobias Renner vom niederländischen Büro DHV koordiniert die Aktivitäten der grenznahen niederländischen Waterschappen und ging in seinem Vortrag sowohl auf die Umsetzung der europäischen HW-Richtlinie in den Niederlanden als auch auf Aspekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ein.

Dr. Uwe Koenzen, Leiter des Planungsbüros Koenzen, das für mehrere Projekte an der Berkel tätig ist, stellte in seinem Vortrag Synergiemöglichkeiten zwischen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und dem Hochwasserschutz vor.

Richard Bömer, Tiefbauamtsleiter der Stadt Ahaus und Bertold Büter, Einsatzleiter der Ahauser Feuerwehr berichteten aus ihrer Sicht vom Hochwasserereignis im Jahr 2010.

Zu guter Letzt gab Hans-Joachim Nolte, Dezernent für Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Münster, einen Überblick über die Hochwasserrisikomanagementplanung aus Sicht der Bezirksregierung.

Hochwassertagung mit großer Resonanz Hauptdezernent des Dezernates für Wasserwirtschaft bei der Bezirksregierung Münster Gerd Blume Prof. Dr.-Ing. Andre Niemann, Leiter des Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der Universität Duisburg-Essen

18.10.2011

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