Amtliche Bekanntmachung

Sie sind hier:

 

Regierungspräsident zeichnet Martin Nagel mit Bundesverdienstkreuz 1. Klasse aus

Bundesverdienstkreuz 1. Klasse: Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke zeichnet Martin Nagel aus. Mit im Bild Ehefrau Rita Nagel.

Bundesverdienstkreuz 1. Klasse: Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke (r. ) zeichnet Martin Nagel aus. Mit im Bild Ehefrau Rita Nagel.

Münster/Gladbeck. Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke hat heute (7. Februar) Martin Nagel aus Gladbeck für sein langjähriges Engagement für den Berufsstand des Glasers mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

"Mit Elan und Tatkraft haben Sie sich für die Ausbildung im Glaserhandwerk stark gemacht", sagte der Regierungspräsident bei der Ordensverleihung. "Sie wirkten an Strukturen der Innungsverbände mit und haben auf nationaler und internationaler Ebene Interessen der Handwerksbetriebe in Politik und Wirtschaft vertreten."

Der 77-jährige selbstständige Glasermeister Nagel ist in Zoppot/Danzig geboren. Als Heimatvertriebener baute er mit seinem Vater das 1907 in Danzig gegründete Unternehmen, einen mittelständischen Familien-Glaserbetrieb, in Gladbeck wieder auf. 1964 gab er den Anstoß zur Gründung der Glaserinnung "Vestischer Raum", eine Berufsorganisation des Glaserhandwerks in Nordrhein-Westfalen und des Innungsbezirkes der Glaserinnung Koblenz. Bis 1989 war er als Obermeister dieser Glaserinnung tätig.

Nagel ist Initiator des weltweit ersten Gebäudes ganz aus Glas. Zusammen mit dem Lehrstuhl für Baukonstruktion der Universität Stuttgart und in Zusammenarbeit mit Prof. Stephan Behling, Direktor bei Norman Foster London, entstand in Rheinbach das einmalige Bauwerk, der gläserne Ferrari. Architekten und Bauinteressierte aus aller Welt besuchen das einmalige Bauwerk.

In den Jahren von 1972 bis 2006 arbeitete er als Landesinnungsmeister. Durch seine zahlreichen und zeitaufwändigen Verhandlungen wurde Ende der 1980er Jahre eine zentrale überbetriebliche Ausbildungsstätte in der Glasfachschule in Rheinbach eingerichtet. Mitte der 1990er Jahre trug er wesentlich dazu bei, eine neue Ausbildungsordnung für Glasberufe zu erarbeiten. Diese Grundlage führte beispielsweise zur europaweiten Anerkennung des heutigen Qualifikationszentrums. Das staatliche Berufskolleg für Glas - Keramik - Gestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen brachte Rheinbach den Ruf "Stadt des Glases" ein. 1998 ehrte die Stadt Rheinbach den heute Ausgezeichneten mit seinem Eintrag in das "Goldene Buch" der Kommune.

Nagel legte im Jahr 2006 sein Amt als Landesinnungsmeister nieder und rief einen Förderverein zur finanziellen Absicherung des Berufskollegs ins Leben. Der Verein ermöglicht die technische Weiterentwicklung und unterstützt das neugegründete Glasmuseum, das aus dem ehemaligen Spezialmuseum für nordböhmische Glastradition in Rheinbach hervorging. Er engagiert sich seither auch für eine gute EDV-Ausstattung, für Unterrichtsmaterial und Inventar des Kollegs. Außerdem regte er den Ausbau einer zentralen Bildungsstätte für Bild und Rahmen, die in der Glasfachschule integriert wurde, an.

Als Bundesinnungsmeister des Deutschen Glaserhandwerks von 1999 bis 2008 und als Vertreter dieses Instituts im Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin machte Nagel seine Erfahrungen für das gesamte Bundesgebiet nutzbar. Insbesondere setze er in den Themenfeldern Qualifizierung und Außendarstellung des Handwerks Akzente.

Nagel ist einer der Initiatoren der internationalen Leitmesse "glasstec" in Düsseldorf. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass die internationale Glasmesse seit 1970 in Düsseldorf stattfindet. Als Mitglied des Messebeirats (1976 bis 2009) arbeitete er engagiert daran, diese Ausstellung zu entwickeln und die "glasstec", als eine der größten Fachmessen der Welt, zu etablieren.

Sie entstand aus der damals ausschließlich für das Handwerk bestimmten Messe. Sie findet im zweijähren Rhythmus statt und präsentiert Angebote aus den Bereichen des Glaserhandwerks, der Glasindustrie und des Glasmaschinen und -anlagenbaus. In der Zeit von 1999 bis 2008 führte Nagel die "glasstec" im Amt des Präsidenten.

2008 wurde er mit der Ehrenplakette der Stadt Gladbeck ausgezeichnet. Von 1985 bis 1989 arbeitete als ehrenamtlicher Richter beim Oberverwaltungsgericht Münster. Er ist offizieller Beauftragter für die heimatvertriebenen Katholiken aus dem Bistum Danzig im Ruhrgebiet.

Martin Nagel ist verheiratet und Vater zweier Söhne, die die handwerkliche Familientradition fortsetzen.

09.02.2012

Informationsleiste

Ansprechpartner/in:

Info