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Literatur


Kleiplatt und Sand-Platt
Niederdeutsch

Schüler in der Klasse

© contrastwerkstatt/Fotolia

Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich durch die Ratifizierung der EU-Sprachen­charta verpflichtet, auch die nieder­deutsche Sprache zu fördern. Diese Verpflicht­ung setzt das Land unter anderem durch das Schul­projekt der Bezirks­regierung Münster um, in dem zunächst sechs Schulen für fünf Jahre Stunden­anteile im Umfang einer Stelle zur Verfügung stellt, um Lehrer in Platt­deutsch fortzubilden und acht (Modell-)Arbeitsgemeinschaften an Grundschulen zu ermöglichen. In Zusammenarbeit mit dem Centrum für Niederdeutsch an der WWU Münster werden Unterrichts­materialien entwickelt, die von den Schulen frei benutzt werden können.

Bei diesem Schulversuch wird zunächst die Sprachvarietät des sogenannten Kleiplatts in den Blick genommen, das von Warendorf bis westlich von Coesfeld gesprochen wird; westlich davon wird das sogenannte Sand-Platt gesprochen.

Daneben unterstützt die Bezirksregierung Münster Projekte in Plattdeutsch vor allem über die Regionale Kulturpolitik und unterhält einen engen Kontakt zum Beispiel zum Stadtheimatbund in Münster, der sich ebenfalls für das Schulprojekt sehr stark macht.

Beispielprojekt: „Luurn bi de Buern“

Batman

„Batman ist mööö“ ist ein Video aus dem Projekt „Lebendig Platt“ von Stefan Demming. © Stefan Demming/Plattfilm

Ein interessanter Kultur­akteur im Bereich des Plattdeutschen ist Stefan Demming aus Vreden mit seinem Projekt „Luurn bi de Buern. Land­­wirtschaft und Wahrnehmung“, das von der Regionalen Kultur­politik (RKP) drei Jahre lang gefördert wurde. Hier wurden seit 2014 mit den Mitteln der Bildenden Kunst, mit Videos bis zu Aktionen im öffentlichen Raum Fragen rund um die Landwirtschaft aufgenommen und diskutiert. Präsentiert wurden die Kunstformate auf ehemaligen und aktiven Höfen im Münsterland.

Es gab zum Beispiel Kabarett und Kuh-Kino, Aufblas-Mais, eine Aufblas-Biogasanlage, öffentliche Gesprächsrunden. Sein neues Projekt, das ebenfalls von der RKP gefördert wird, „Lebendig Platt“ soll das westmünsterländische „Sandplatt“ mit Hilfe von neuen Medien erkunden und als gesprochene Sprache lebendig erhalten. Mit den Heimatvereinen werden kurze Filme produziert, die mit platt- und hochdeutschen Untertiteln versehen werden und an verschiedensten Orten,präsentiert werden, darunter auch Medienkanäle im Internet und über youtube. Von dokumentarischen Porträts bis Comedy und Werbeclips fürs Plattdeutsche ist alles in Planung.

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